Warum das Spielfeld immer noch ein Männerclub ist

Auf den ersten Blick sieht’s glatt aus – Tennis ist ein Einzelsport, Punkte zählen, jeder kann gewinnen. Aber schau genauer hin, und die Diskrepanz bei Preisgeldern, Medienpräsenz und Sponsoring schlägt ein wie ein Aufschlag ins Bein. Frauen kämpfen täglich gegen die unsichtbare Wand, die ihnen weniger Sichtbarkeit und Geld einbringt, obwohl sie genauso hart trainieren.

Finanzielle Kluft – das Geld spricht

Die Grand Slams verteilen Millionen. Bei den Herren gibt’s 2,5 Millionen US‑Dollar für den Sieger, bei den Damen nur etwa 1,5 Millionen. Das ist kein Zufall, das ist ein System, das seit Jahrzehnten wenig hinterfragt wird. Sponsoren setzen lieber auf das „größere Publikum“ der Männer, obwohl Studien zeigen, dass weibliche Turniere höhere Zuschauerbindung erzeugen. Und plötzlich wird die Argumentation zum Lieblingswort: „Marktnachfrage“. Viel zu häufig.

Medien: Sichtbarkeit ist Macht

Ein kurzer Blick auf die TV-Programme in den Spielzeiten reicht aus, um zu sehen, wie wenig Frauen im Fokus stehen. Nur wenige Stunden Live‑Übertragungen, die restlichen Matches werden in die Box-Score‑Zeit geschoben. Das führt zu einem Kreislauf: weniger Zuschauer, weniger Sponsoren, weniger Geld. Und das ist das eigentliche Problem, das wir lösen müssen.

Strukturelle Barrieren im Training

Viele Trainerclubs haben separate Programme für Männer und Frauen, oft mit weniger Ressourcen für die Frauen. Die Top‑Coaches arbeiten lieber mit den Top‑Männern, weil das ihr Image stärkt. Das behindert Nachwuchstalente und lässt einen Talentpool ungenutzt. Hier fehlt einfach das Mindset, das Gleichberechtigung fördert, weil „Tradition“ als Ausrede dient. Das ist ein klarer Fall von institutioneller Voreingenommenheit.

Wie die Community reagieren kann

Wir können das nicht weiter ignorieren. Der Schritt beginnt mit dem Bewusstsein, das wir in jedem Gespräch verbreiten. Jeder Club, jede Liga und jedes Medienhaus muss sich fragen: „Warum zeigen wir hier nicht die gleichen Highlights von Frauen wie von Männern?“ Und dann handeln. Auf tennisspielstand.com gibt’s bereits eine Plattform, die diese Lücke schließen will – mit Live‑Streams, Interviews und Hintergrundberichten, die Frauen gleichwertig präsentieren.

Der Deal: Konkrete Schritte, die sofort wirken

Erstens: Verhandle mit Sponsoren, dass sie gleiche Budgets für Frauen-Events bereitstellen. Zweitens: Fordere deine lokale Medienhalle auf, mindestens 30 % ihrer Sendezeit Frauen zu widmen. Drittens: Setze im eigenen Club ein Mentor‑Programm auf, das Top‑Coaches verpflichten lässt, auch mit weiblichen Talenten zu arbeiten. Und hier ist warum das funktioniert: Mehr Sichtbarkeit führt zu mehr Einnahmen, das ist ein nachweisbarer Business‑Case.

Schluss mit Ausreden. Schnapp dir die Chance, die Gleichstellung jetzt zu pushen. Starte noch heute ein Mixed‑Training in deinem Verein und mach die ersten Punkte sichtbar.

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